Was geht ab in ..... Colorado?
Was geht ab in...Colorado?
Colorado Metallschmieden/Schmuck Szene:
In Colorado gibt es die Organisation Colorado Metalsmiths Association mit rund 400 Mitgliedern in Colorado selbst sowie anderen Staaten der USA. Am zweiten Juli-Wochenende findet die jährliche Mitgliederversammlung statt, bei der mehrere Gastredner eingeladen werden, um im Laufe der drei- Tage-Veranstaltung mit ca. 200 Teilnehmern Vorträge und Demonstrationen zu halten. Dabei gibt es einen Hauptsprecher - letztes Jahr der Metall-Bildhauer, Albert Paley aus Rochester/New York, der zu den bekanntesten Metallbearbeitern in den Vereinigten Staaten gehört - und Michael Zobel hat diese Position in diesem Jahr zugesagt. Die Vereinigung gibt es schon recht lange und unterstützt auch kurze Workshops an verschiedenen Orten in Denver und anderen Orten in Colorado, sowie eine jährliche Mitglieder-Ausstellung in Salida im Juli. Die Gruppe besteht aus Lehrern, professionellen und
Hobby-Schmieden wie auch Studenten an Hochschulen (colleges) und Universitäten.
Colorado ist in der Nähe des drittgrößten Kunstmarktes in den Vereinigten Staaten - Santa Fé/New Mexico - so dass es recht viel Austausch gibt zwischen den (Edel)Metallschmieden in Colorado und New Mexico. Colorado selbst ist das Zuhause vieler national bekannten (Edel)Metallschmieden, und die Kleinstadt, in der ich lebe, hat sogar um die zehn (Edel)Metallschmiede, was nicht schlecht ist bei einer Bevölkerung von 5.500. Der Absatzmarkt für Schmuck in Colorado befindet sich hauptsächlich in den Ski-Orten Vail, Aspen und Telluride, und da die Touristen aus allen Teilen der USA und der Welt kommen, ist dies ein recht internationaler Absatzmarkt.
Harolds Karriere:
Ich begann mein Studium an der New Mexico Universität und machte einen Abschluss in Anthropologie. Für Schmuck begann ich mich schon in der High School zu interessieren, und ich widmete mein ganzes letztes Studienjahr an der Universität dem Schmuckstudium. Durch einen Freund bekam ich Kontakt zur Nationalen Schule für Angewandte Kunst (National School of Arts and Crafts) in Kopenhagen und ging im Spätjahr 1965 nach Dänemark, um Schmuck und Emaillieren zu studieren. Im Frühjahr 1966 studierte ich an der nationalen Kunstschule in Helsinki, Finnland, wo einer meiner Professoren - Bertal Gardberg - mir aufgrund meiner Arbeitsweise empfahl, an der Kunst- und Werkschule in Pforzheim zu studieren. Ich immatrikulierte dort im Herbst 1966. Meine Erfahrungen in Pforzheim waren die beste Basis für mein Lebenswerk, und ohne diese Erfahrungen hätte ich niemals dasselbe erreicht. Mein Aufenthalt in Pforzheim war während der goldenen Jahren der Schule mit solch bemerkenswerten Personen wie Onno Boekhout, Robert Smit, Claus Bury, Bernd Munsteiner und Tasso Mattar. Prof. Reilings Unterricht war unvergleichlich, und auch die Sachkenntnis der anderen Dozenten war ausgezeichnet. Zugegebenerweise war mein Verbleib in Pforzheim 1966 - 67 kurz, doch habe ich dort außerordentlich viel gearbeitet und sehr viel gelernt. Im Herbst 1967 kehrte ich dann zurück in die USA und wurde zum ersten Residenz- (Edel)Metallschmied an der Penland School of Crafts in North Carolina im Winter.
Unterwegs vom New Yorker Hinterland nach Colorado in einem kleinen Ski-Ort mit Name Crested Butte eröffnete ich einen kleinen Atelierladen, den ich drei Jahre lang führte, bis ich unruhig wurde. Ich wollte gerne unterrichten, benötigte dafür aber ein MFA (Master of Fine Arts) Abschluß, weshalb ich für sechs Monate nach San Miguel de Allende, Mexiko ging, um dort an meinem Masters- Abschluß zu arbeiten. In 1971 wurde ich durch das Alberta College of Art in Calgary, Alberta, Kanada als Lehrer angestellt für alle Metall-Unterrichts-Klassen. Vier Jahre später kehrte ich dann wieder für drei Jahre zurück nach Crested Butte, Colorado. In der Zeit, in der ich in Kanada lebte, hatte ich inzwischen begonnen, Wochenend-Workshops an örtlichen Schulen im ganzen Land zu geben. In 1978 zog ich nach Denver, Colorado für 8 Jahre, gründete mehrere Werkstätten und schrieb vier
kleine Bücher über (Edel)Metallschmieden - zwei davon noch erhältlich. Eines davon: The Jewelers Bench Reference ist schon seit 33 Jahren im Verkauf mit international über 46.000 verkauften Exemplaren. Das andere ist The Flexible Shaft Machine - Jewelry Techniques.
In 1986 zog ich weiter nach Taos, New Mexico, wo ich 8 Jahre lang lebte, meine Werkstatt hatte, sowie eine private Sommer Schmuckschule gründete. Meine erste wirklich große Karrierechance kam in 1994 mit einer Ausstellungseinladung bei Connell Galerie in Atlanta, Georgia. Martha Connell, die Eigentümerin, mochte meine Arbeiten sehr und ist seither "wie Familie" für mich geblieben. Sie war maßgeblich daran beteiligt, dass das Smithsonian Institute in Washington, DC einige meiner Arbeiten für ihre Sammlung erwarb, sowie einige andere Museen wie das Montreal Museum of Art in Montreal, Kanada. In 1992 zog ich zurück nach Colorado nach Salida, eine Kleinstadt in den Bergen, das seither meine Heimbasis wurde und wo ich eine Werkstatt habe. Seit all diesen Jahren gebe ich weiterhin kurze Workshops rund um die USA und in anderen Ländern. Bis heute sind es mehr als 250 in 14 Ländern incl. Neuseeland, Korea, Japan, die Kanadische Arktis, Peru, Estland, Irland und Portugal. Von meiner Werkstatt aus hier in Salida schicke ich die hergestellten Arbeiten aus zu vier Galerien in Taos und Santa Fé (New Mexico) sowie Atlanta/Georgia und Cambridge/Massachusetts. Meine Arbeiten sind in sechzehn internationalen Museen einschließlich das Deutsche Bernstein Museum, wie auch das Victoria & Albert Museum und die Goldsmiths Hall in London.
Im Allgemeinen arbeite ich an Themen inspiriert durch meine Reisen, durch die Interaktion mit Natur und Gesellschaft, sowie das Erforschen neuer Techniken, vor allem alte - wie retikuliertes Silber oder Granulierung, die in zeitgenössischer Weise angewandt werden. In meinen Workshops biete ich Spezialisierungen an, wie Granulationstechnik, Retikulation, Gold/Silber-Laminat, Rollenprägung und
Hohlformen. Eine neue Richtung für mich in den letzten zwei Jahren ist das Erforschen neuer und innovativer Stein-Fassungstechniken für ungewöhnlich geformte Steine. Seit 45 Jahren mache ich nun Schmuck und nach wie vor liebe ich es und habe Spaß dabei, mag all Aspekte davon. Ich bin dankbar dafür, dass genug Menschen meine Stücke mögen, damit ich von meiner Kunst leben kann. Jeder Tag
für mich ist anders, denn ich stelle ausschließlich Unikate her, und ich hätte mir am Anfang meines Schmuckmachens niemals vorstellen können, zu wieviel interessanten Orte mich dieser Fachbereich im Leben bringen würde.
Ich habe eine Website „www.haroldoconnor.com“ und meine Arbeiten können auch
bei „www.klimt02.net“ gesehen werden.
Harold O’Connor





