Hintergrundberichte der Ausstellung "Ursprung"
Mitgliederausstellung - ein Blick hinter die Kulissen
__ Paketanlieferung und Dokumentation: Petra Mertens
Die Ausstellungsstücke zu mir. Es klingelt mal, Tür auf, Paketchen angenommen und schön in einer Ecke gestapelt; und wie spannend, man kann gleich nachsehen was Schönes drin ist. Obendrein braucht man das eigene Paket nicht zur Post zu bringen, und den Abgabetermin kann man auch nicht verpassen, und sich auch noch heimlich die Frist verlängern. Ordentlich und sehr strukturiert, wie ich nun mal bin, genau der richtige Job für mich.
Das erste Päckchen wurde persönlich überbracht, Wochen vor dem Abgabetermin. Schön ins Bücherregal, das bloß nichts drankommt. Die Verpackung eine Aktenhülle. Nach Wochen, die ich ausschließlich damit zugebracht habe über das von mir sehr geschätzte, weil ach so tiefgründige Thema Ursprung nachzudenken, und ich immer noch keine Uhr gefunden hatte, die ich kaputtschlagen – nein – nur einen Sprung zufügen - macht ja auch keinen Spaß - konnte, verfiel ich der Idee mit der Hühnerkralle.
Ei, Huhn, klitzeklein 900/oooer. Krallen im Wechsel mit schönen kleinen Eiern; Alles ganz winzig eingeflochten in ein rotes Band, endlos. Giessen lassen zu teuer, selber gießen, wie das Band schließen, ohne dass man es sieht. Zu erst mal einen Hühnerfuß besorgen, das haben wir gleich. Zu Hennes, dem Metzger unseres Vertrauens: „Eine Kundin, ja eine dumme Idee, eine Hühnerkralle“. Der Chef kommt: „Allen Hühnern werden beim Schlachten die Füße entfernt. Wir haben nur Hühner ohne Füße“. Da muss ein Spezialgeschäft her, Apostelnstrasse, gegenüber von Filz Gnoss, da sieht man schon mal einen toten Fasan in der Auslage baumeln oder waren das doch nur die porzellanen Terrinendeckel in Entenform. Hin, wieder dumm gefragt, ratlose Gesichter und schon wieder: „Wenn wir die Hühner geliefert bekommen, kommen die ohne Füße.“ Von wegen eigene Schlachtung. Habe dann die Sache aus den Augen verloren, besonders als Andreas meinte, Hühnerkrallen seien viel zu groß, um sie eins zu eins abzugießen oder abzumodellieren. Habe dann doch noch bei einem Freund Füße bestellen können, der selber Hühner hält und hin und wieder, so wie er es auch mit Ratten und Kaninchen macht den Tieren bei geöffneter Mülltonne mit einem Beil den Kopf abhaut. Er rief also an, die Füße lägen zur Abholung bereit. Bin zur Landpartie gestartet und habe die Füße nach Hause getragen. Ziemlich viel Platz in so einer großen Plastiktüte. Erst zu Hause aus der Tüte geholt, mit Arbeitshandschuhen: Kein Wunder, das die nirgendwohin geliefert werden. Ekelhaft; sehen aus wie aus Zement versetzt mit vergilbten Zehennägeln und Taubenkot. Grauenhaft, riesengroß, und dann die Schnittstelle. Zuerst mal in die Werkstatt gelegt, und voller Ekel angesehen. Vielleicht in apotropäischer Absicht über die Tür nageln, ein Glasauge kriegt man schließlich an jeder Ecke. In Frankreich habe ich mal in gleicher Verwendung eine verdorrte, völlig platte Katze an einer Stalltür angenagelt gesehen. Bevor Hund oder Katze genüsslich kauend damit angetroffen wurden, wanderten sie als Fischfutter in den Rhein.
Ja, und dann rückte der Montag in Sicht, an dem die Pakete mit den Ausstellungsstücken gesichtet werden sollten. Die letzte Woche vor Abgabeschluss regnete es Pakete, nicht kleine feine Schmuckpakete, die in ein Couvert passen, nein, riesige Teile: Richtige Kisten, aus der Ecke wurde der ganze Flur: Die Post und der Paketzustelldienst klingelten um die Mittagszeit. Der Hund dreht durch, das Baby fährt aus dem Mittagsschlaf hoch. Ziemlich nervig. Die ersten Pakete habe ich noch erwartungsvoll geöffnet, dann nicht mehr.
Der Sichtungstermin der Pakete verschob sich um eine Woche nach dem letzten Abgabetermin. Es kamen einige Anrufe: noch nicht fertig, bin krank und kann nicht zur Post, ... es hat mir gefallen, sagen zu können, dass noch eine Gnadenfrist besteht.
Einen Tag vor der Sichtung war mein Teil weder ausgeführt noch geplant. Rosa (Baby) einschließlich Montag zur Oma gefahren und Sonntag von 11 Uhr bis nach Mitternacht an dem Teil hantiert. Alles selber gegossen, denn zum Gießer, daran hätte man vor Wochen denken müssen, und da waren wir ja noch im Krallenfieber. Statt pars pro toto, die Kralle, doch lieber ein ganzes Tier. Ein Huhn ist doof, also verschiedene Tiere, und 20 Eier feilen schafft auch kein Mensch mehr, also warum nicht eiförmige Perlen. Sind zwar nicht besonders eiförmig, man muss ja auch nicht gleich so narrativ arbeiten. Gold ist ja schön, aber Silber tut’s auch. Überall ne halbe Öse anlöten hält ganz schön auf. Zum Bänder knoten ist auch keine Zeit mehr, aber im Nähkasten fliegt noch ein Stück Strickschlauch in ausgerechnet hellblau rum. Sieht schön schräg aus, auf dem Schwarzweisbild im Katalog leider nicht, auch der Titel „Hellblau für Rosa“ (Baby) bleibt völlig unverständlich. Na ja, so wurde aus der Hühnerkralle ein süßes Babykettchen, und außer mir findet das Ding keiner lustig.
Der Montag war dann richtig Arbeit, wir haben zu dritt ausgepackt und die beigefügten Anmeldungen abgeheftet. Man musste höllisch aufpassen dass nichts durcheinander geriet, weil kein Platz mehr da war um die Dinge ordentlich abzulegen. Das Paket im Bücherschrank fiel mir ziemlich zum Ende siedendheiß ein. Eine Computertastatur wurde ausgepackt und anerkennend als Ausstellungsbeitrag gewürdigt „Ja, klar, Ursprung“ bis sich herausstellte, dass das Paket für Andreas war und von e-bay kam. Bei einem Paket war eine Anmeldung da, aber der Inhalt war weg. Nach langer Diskussion habe ich mich durchgerungen, dem betreffenden Mitglied das Verlustiggehen seines Schmuckstückes zu gestehen, um zu erfahren wonach wir suchen sollen. Es stellte sich heraus, dass wir gar nichts verschlampt hatten, sondern dass das Forumsmitglied das Paket für ein anderes Mitglied abgeschickt hatte und deshalb ein weiterer Name ohne dazugehöriges Ausstellungsstück existierte. Zum guten Ende musste alles sorgsam eingepackt werden, um zum Fotographen gebracht zu werden. Das war am nächsten Tag mit zwei vollen Autos, dann noch zwei Stunden Kopierladen, um die schriftlichen Unterlagen zu sichern, dann war mein Part geschafft, bis auf die folgenden Verwicklungen: weil zwei abgeschickte Pakete nicht angekommen waren, war ich mir sicher, dass ich sie verschlampt hatte. Zum Glück waren sie falsch zugestellt. Nach langem Hin und Her tauchten die Pakete auf. Als ich dann bei der nächsten Vorstandssitzung endlich mal einen produktiven Vorschlag machte, nämlich die Größe der Pakete zu beschränken, wurde ich vorwurfsvoll darauf hingewiesen, das wäre längst geschehen, ob ich denn nicht die Ausschreibung der Ausstellung gelesen hätte?!
__ Katalogbetreuung: Sabine Braunfisch
Nun schon zum 3. Mal koordiniere ich die Katalogarbeit. Neben den üblichen organisatorischen Dingen, wie die zeitliche Abstimmung von Texten, Übersetzung, Korrekturlesen, Datenabgleich, noch mal Korrekturlesen, evtl. noch mal Korrekturlesen?.. Drucktermin etc. gibt es diesen Prozess des allmählichen Zusammenfügens, der mich dabei begeistert.
Der erste chaotische Anblick der ausgepackten Pakete: Eier, Perlen, Wasser....; Nachzügler zum Fotografen bringen, der inmitten von Paketstapeln die Ausstellung fotografiert; die CD-Rom abholen, und die wunderbaren Fotos auf mich wirken lassen; die eintrudelnden Texte sichten (ein paar Telefonate..., ein paar Fristverlängerungen..., wann hat die Übersetzerin Zeit?).
Parallel dazu legt Renate Paulsen die ersten Entwürfe vor, an denen wir dann in den nächsten Wochen feilen werden: Jetzt wird es richtig spannend! Zwischen den Treffen gehen die Mails hin und her, mit Vorschlägen, Veränderungen, Kompromissen, Begeisterungsausrufen. Beim nächsten Treffen hat Renate dann wieder neue Ideen. Auf ein Neues: Zwei Frauen, die wortlos auf einen Bildschirm starren und nach einer Minute sagen: ?Wie wäre es denn, wenn......das Blau nicht ganz so rotstichig ...die Untertitel vielleicht einen halben Punkt kleiner, oder etwas fetter und kursiv ...das eine Bild vielleicht doch lieber mit 55 % Deckkraft ...und etwas weiter rechts...nein, nicht sooo weit... Welches Papier? Dicke? Struktur? Farbe? Lieber noch mal zur Druckerei..."
Mein Lieblingsmotiv im Layout ist die Begegnung von Michelangelo mit Mickey Mouse als Zauberlehrling - muss man ein bisschen suchen.... aber ich liebe dieses Bild: Michi und Mickey. Im Laufe der Arbeit wäre es fast vom Cover verschwunden, denn Renate hatte natürlich rechtliche Copyright-Vorbehalte, MM zu benutzen, aber ich habe es fest verteidigt, und freue mich über das Ergebnis, dass in der Andeutung sogar noch besser ist.
Diese Arbeit macht mir unglaublichen Spaß. Und darüber hinaus kann ich von Renate sehr viel lernen. Da nehme ich dann in kauf, dass wir abschließend noch die Texte durchgehen und mühselig die richtigen Trennungen und Zeilenumbrüche raussuchen, und wie Erstklässler die Worte buchstabieren, um nicht über Fehler hinwegzulesen.
Am Schluss kommt dann der große Moment, wenn der Katalog fertig ist! Renate bringt mir sogar ein druckfrisches Exemplar vorbei, und wir freuen uns gemeinsam an dem fetten Blau!
Alle diese einzelnen Schritte sind nun ein fertiges Buch geworden! Beeindruckend!
Natürlich werden, trotz aller Sorgfalt, dann die ersten Fehler entdeckt. Zehn Mal drüber geguckt, und doch übersehen... kann eigentlich nicht sein...
Renate: "Wer den ersten Fehler findet, gibt einen aus"
Sabine: "....???... Aber das muss doch anders rum sein: Wer den ersten Fehler entdeckt, bekommt einen ausgegeben - als Belohnung"
Renate grinst: "Auf diese Weise werden einfach keine Fehler gefunden. Und wenn man nicht darüber spricht, sind sie auch nicht passiert...."
Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen. Ich musste sie eine ¼ Stunde später anrufen: "Was möchtest du trinken? Ich gebe einen aus: Seite 61: orgin statt origin...!" (Sorry, Dominique!)
Natürlich beschert einem das den Wermutstropfen, Aber ich freue mich über das Gesamtergebnis, das wir so fehlerfrei wie möglich gemacht haben (wenn Ihr noch etwas finden solltet: 0221/3319441, aber Ihr zahlt.....)
So werde ich die Katalogarbeit mit Renate bei einem Glas....abschließen und auf alle Beteiligten trinken, die diesen tollen Katalog mitgestaltet haben.
Sabine Braunfisch
__ Die Suche nach Ausstellungsorten: Monika Gimborn
Unsere Mitgliederausstellung ist bei allen sehr beliebt, was die Zahl der Teilnehmer, ganz besonders bei der aktuellen Ausstellung, immer wieder zeigt. Ich beteilige mich übrigens zum dritten Mal an dieser Ausstellung, allerdings ist mein Blickwinkel diesmal ein ganz Anderer. 2002 wurde ich in den Vorstand des Forums gewählt und habe erst jetzt eine Vorstellung davon, was es heißt, so eine Sache auf die Beine zu stellen. Wenn ich mich früher schon mal gewundert habe, dass eine so spannende und vielseitige Ausstellung nicht ohne Unterbrechung an den verschiedenen Orten gezeigt wurde, so bin ich diesmal über die festen Termine, die wir bis jetzt haben, sehr stolz.
Es ist nicht so, dass Museen und Galerien nur auf unsere Arbeiten warten; nein wirklich nicht. Auch wenn ich immer noch der Meinung bin sie hätten allen Grund dazu.
Im Mai 2003 ist die Ausstellung ?bei meiner Ehre" an die Mitglieder zurückgeschickt worden und gleich stand auf der Tagesordnung der Punkt :"Thema der neuen Mitgliederausstellung". Wir quälten uns bis Ende August, kurz vor der Aussendung, ein gutes Thema zu finden.
Mein Anspruch, die nächste Ausstellung sollte ohne Unterbrechung 2 Jahre wandern, ließ mich schon im Frühjahr handeln. Wäre doch gelacht, wenn das nicht klappt! Ohne zu wissen, was für ein Thema unsere Ausstellung haben wird, schrieb ich die verschiedensten Orte und Museen an. Mit einem netten Brief, in dem ich das Forum mit all seinen Vorzügen anpries, hoffte ich auf schnelle Antwort. Nichts kam. Also habe ich telefonisch nachgefragt. Ich konnte die zuständigen Entscheidungsträger nie selber sprechen und wurde vertröstet. Kein Wunder, wenn das Thema noch nicht feststand. Kein Veranstalter wollte sich festlegen, ohne zu wissen, was ausgestellt wird. Ab Herbst 2003 hatten wir ein Thema und unsere Mitglieder arbeiteten schon an der Umsetzung. Ich wurde schon kleinlauter und schrieb weiter alle möglichen und unmöglichen Adressen, diesmal schon konkreter, an. Auf jeden versendeten Brief schickte ich nach einiger Zeit eine Mail zur Erinnerung. Nach Ablauf der nächsten Schonfrist führte ich 3 bis 6 Telefonate. Bestand vor Monaten noch das Problem unseres fehlenden Themas, so stand jetzt die Terminplanung einiger Häuser für die kommende Zeit schon fest. Die Liste der Adressen, die in der Schwebe waren, wurde immer länger.
Im Februar 2004 reiften die ersten Früchte, in dem die ersten Termine festgelegt wurden. Bis heute haben wir zu den 5 Orten, die im Katalog aufgeführt sind, noch das Handwerksforum Hannover im Jahr 2006 als Ausstellungsort hinzu gewinnen können. Noch immer stehen Entscheidungen aus und ich hoffe, noch einige Lücken im Plan schließen zu können. Mein Anspruch, eine Wanderausstellung ohne Unterbrechung zu zeigen, war einfach zu naiv.
Diese Zeit mit all ihrer Arbeit und den vielschichtigen Erfahrungen möchte ich nicht mehr missen. Ich erinnere mich an viele persönliche Begegnungen, an wunderbare Telefonate, aber auch an manchen Ärger. In dieser Zeit habe ich sehr viel mitbekommen von den Problemen der Museen und Galerien und es hat mir so einen Spaß gemacht, dass ich mich auf die nächste Ausstellungsbetreuung schon jetzt freue.
Monika Gimborn-Jochum
__ URSPRUNG auf der Inhorgenta in München
25.02.2005 – 28.02.2005
Im Jahr 2004 eröffnete sich die Möglichkeit, die Mitgliederausstellung URSPRUNG auf der Messe Inhorgenta in München zu zeigen. In solch einem Rahmen wurde noch keine Mitgliederausstellung des Forums gezeigt. Wir freuten uns, dass die Messe an der nicht kommerziellen Wanderausstellung „Ursprung“ Interesse hatte. Für beide Seiten war es eine Bereicherung. Aber es sollte noch einige Zeit vergehen, bis das Forum eine feste Zusage seitens der Messe hatte.
Dass unser Stand in der Designerhalle, wie die zugesandten Pläne zeigten, gleich die ganze Breite der Halle von ca. 45 Meter einnehmen sollte, versetzte uns in freudige Erregung. Auch weil das Forum für den Aufbau und Abbau sowie die Betreuung zu sorgen hatte.
Nach einiger Überlegung stand das Team fest: Astrid Niggeloh, Johannes Oppermann und ich fuhren am Mittwoch, den 23. Februar nach München. Der Plan sah vor, dass wir zum Aufbau am Donnerstag den ganzen Tag haben würden. Es blieb die Unruhe: Hatten wir nichts vergessen, wie zum Beispiel Werkzeug, Putzmittel und all die Dinge, die zum Aufbau benötigt werden? Würde die Zeit reichen? Wird alles glatt gehen?
München lag unter einer geschlossenen Schneedecke und es war klirrend kalt. Schon sehr früh waren wir auf dem Messegelände. Es herrschte ein reges Treiben von Autos, Kränen und werkelnden Arbeitern in den riesigen Hallen. Der Wind pfiff durch alle offenen Türen - brrrrr. Unser Stand war mit einem zitronengelben Teppichboden ausgelegt, auf dem 16 Vitrinen standen.
Der Aufbau begann mit dem ausrichten und putzen der Vitrinen. Die Ausstellungsstücke wurden pünktlich um 10 Uhr aus Deggendorf angeliefert. Da standen wir in einem riesigen Berg von Kartons, noch ohne einen Tisch oder Stuhl. Alles, was ausgepackt wurde, kam erstmal mit Namen in die Vitrinen. Die Arbeiten von 99 Schmuckkünstlern mussten wir unterbringen. Manche der Stücke wollten einfach nicht auf kleinen Flächen Platz nehmen oder vertrugen sich absolut nicht mit den Nachbarn. Einige waren so groß, dass sie nicht in die Vitrine passten. Aber auch die mussten untergebracht werden.
Von oben nach unten, von einer Vitrine in die andere und wieder alles vor und zurück. Am Abend waren wir mit dem Ergebnis zufrieden. Alles passte doch zusammen und einige große Stücke hatten an der Wand einen exponierten Platz gefunden. Die Hallen hatten noch immer die Atmosphäre einer Großbaustelle. Obwohl redlich müde und durchgefroren, ließen wir uns die Maß und die Schweinshaxe im bayrischen Brauhaus schmecken.
Am nächsten Morgen erkannten wir die Hallen nicht wieder. Alle Stände erstrahlten in vollem Glanz. Die riesigen Blumenarrangements waren in jeder Halle den verschiedenen Farben des Teppichbodens angepasst. Der Blumenschmuck in unserer Halle waren Narzissen. Der Besucherstrom kam langsam und stetig. Unser Stand war zeitweilig sehr belagert. Vielen Besuchern konnten wir Informationen über das Forum und zu unserer Ausstellung geben. Alte Bekannte kamen vorbei, neue Kontakte wurden geknüpft, Projekte, wie die Ars Ornata Europeana in Lissabon, der Jewellery Guide und selbstverständlich die Mitgliederausstellung wurden weiter vorangetrieben. Der Verkauf der aktuellen und älteren Kataloge hatte die Mühe des Transports gelohnt. Leider musste Johannes schon Samstag zurück nach Hause.
Einige unserer Mitglieder lösten uns an den folgenden Tagen am Stand ab, um uns zu entlasten. DANKE an alle Helfer/innen.
Nach dem „bewegten“ Ende des letzten Tages, (die gesamte Ausstellung musste wieder transportfähig verpackt werden) waren wir zwar schwer geschafft, aber stolz und zufrieden mit dem Erfolg der Ausstellung.
Monika Gimborn-Jochum
__ Mitgliederausstellung „Ursprung“ - eine 2-jährige Wanderung; Astrid Niggeloh
Es steht zwar noch die letzte Station der Ausstellung in Hannover aus, aber der Großteil des Transports ist - glücklicherweise ohne Katastrophen - geschafft. Allerdings schickte ich ja nicht nur die Ausstellung herum, sondern als Vorsitzende reiste ich ihr zur jeweiligen Eröffnung hinterher.
So unterschiedlich die Orte, die Räumlichkeiten, die Vitrinen, so unterschiedlich war die Ausstellung jedes Mal präsentiert. In jeder Stadt traf die Ausstellung auf ein sehr interessiertes Publikum, das sich Zeit nahm zu schauen, zu diskutieren und zu fragen. Glaube und Genetik, aber auch die Tragbarkeit und die Oberflächenbehandlung waren Gesprächsthemen. Jede Eröffnung begleitete auch die lokale Politprominenz und mit ihr die lokale Presse. Oder ist es umgekehrt? Diese Frage wird wohl ebenso unbeantwortet bleiben wie die oftmals in der Ausstellung gestellte Frage nach dem Huhn und dem Ei.
Meine Tour durch die Republik begann im November 2004 in Bayern, genauer gesagt im Handwerksmuseum Deggendorf. Beim Auspacken der Pakete sah man natürlich schon das eine oder andere Stück, aber in Deggendorf war die Ausstellung nun zum ersten Mal komplett zu sehen. Das Publikum war so gebannt, dass es fast das Getränkebuffet im Vorraum vergaß.
Die Ausstellung blieb in Bayern und wurde während der Inhorgenta im winterlichen München präsentiert. Die Messe war eine schöne Gelegenheit, Kollegen aus ganz Europa wieder zu sehen.
Zurück in Nordrhein-Westfalen war die Galerie Lichtblick in Aachen Gastgeber der Ausstellung. In den intimeren Räumen der Galerie zeigte sich die Ausstellung wieder komplett neu. Das Kreismuseum Peine bettete den Kindertag ein in die Zeit der Ausstellung. Ein besonderer Dank an Ulrike Krieger-Klausen für ihr großes Engagement beim Aufbau der Ausstellung dort.
Im September 2005 war „Ursprung“ in der Villa Bengel in Idar-Oberstein zu sehen. In Schwäbisch Gmünd war ich zu Gast bei einer lieben Freundin des Forums. Dr. Angelika Ehmer von der Stiftung Gold- und Silberschmiedekunst betreute und bewirtete mich vorzüglichst.
Von dort aus ging es nach Mainz, wo eine Mitgliederausstellung des Forums schon zum zweiten Mal in dem grandiosen Innenhof der Handwerkskammer Rheinhessen präsentiert wurde.
Salzburg war nun der einzige internationale Ausstellungsort. Und dies nutzte ich zu einem Kurzurlaub dort. Der Billigflieger brachte mich hin und die Berufsvereinigung bildender Künstler bot mir eine Unterkunft in der Garçonniere (österreichisch für Studio) in der Berchtoldvilla an. Ich schlief also über den Ausstellungsräumen, nahm den morgendlichen Kaffee im Büro der Geschäftsführerin und war verleitet, neben meinem Programm als wissbegierige Touristin doch auch ein wenig beim Aufbau zu helfen. An Salzburg einen großen Dank, dass wir dort die Ausstellung über den Sommer lagern konnten, bis nun in den nächsten Tagen die Ausstellung auf die Reise zur letzten Station nach Hannover geht, wo die diesjährige Mitgliederversammlung stattfinden wird. Danach werden die Stücke an die Künstler zurückgeschickt.
Astrid Niggeloh
__ Paketanlieferung und Dokumentation: Petra Mertens
Die Ausstellungsstücke zu mir. Es klingelt mal, Tür auf, Paketchen angenommen und schön in einer Ecke gestapelt; und wie spannend, man kann gleich nachsehen was Schönes drin ist. Obendrein braucht man das eigene Paket nicht zur Post zu bringen, und den Abgabetermin kann man auch nicht verpassen, und sich auch noch heimlich die Frist verlängern. Ordentlich und sehr strukturiert, wie ich nun mal bin, genau der richtige Job für mich.
Das erste Päckchen wurde persönlich überbracht, Wochen vor dem Abgabetermin. Schön ins Bücherregal, das bloß nichts drankommt. Die Verpackung eine Aktenhülle. Nach Wochen, die ich ausschließlich damit zugebracht habe über das von mir sehr geschätzte, weil ach so tiefgründige Thema Ursprung nachzudenken, und ich immer noch keine Uhr gefunden hatte, die ich kaputtschlagen – nein – nur einen Sprung zufügen - macht ja auch keinen Spaß - konnte, verfiel ich der Idee mit der Hühnerkralle.
Ei, Huhn, klitzeklein 900/oooer. Krallen im Wechsel mit schönen kleinen Eiern; Alles ganz winzig eingeflochten in ein rotes Band, endlos. Giessen lassen zu teuer, selber gießen, wie das Band schließen, ohne dass man es sieht. Zu erst mal einen Hühnerfuß besorgen, das haben wir gleich. Zu Hennes, dem Metzger unseres Vertrauens: „Eine Kundin, ja eine dumme Idee, eine Hühnerkralle“. Der Chef kommt: „Allen Hühnern werden beim Schlachten die Füße entfernt. Wir haben nur Hühner ohne Füße“. Da muss ein Spezialgeschäft her, Apostelnstrasse, gegenüber von Filz Gnoss, da sieht man schon mal einen toten Fasan in der Auslage baumeln oder waren das doch nur die porzellanen Terrinendeckel in Entenform. Hin, wieder dumm gefragt, ratlose Gesichter und schon wieder: „Wenn wir die Hühner geliefert bekommen, kommen die ohne Füße.“ Von wegen eigene Schlachtung. Habe dann die Sache aus den Augen verloren, besonders als Andreas meinte, Hühnerkrallen seien viel zu groß, um sie eins zu eins abzugießen oder abzumodellieren. Habe dann doch noch bei einem Freund Füße bestellen können, der selber Hühner hält und hin und wieder, so wie er es auch mit Ratten und Kaninchen macht den Tieren bei geöffneter Mülltonne mit einem Beil den Kopf abhaut. Er rief also an, die Füße lägen zur Abholung bereit. Bin zur Landpartie gestartet und habe die Füße nach Hause getragen. Ziemlich viel Platz in so einer großen Plastiktüte. Erst zu Hause aus der Tüte geholt, mit Arbeitshandschuhen: Kein Wunder, das die nirgendwohin geliefert werden. Ekelhaft; sehen aus wie aus Zement versetzt mit vergilbten Zehennägeln und Taubenkot. Grauenhaft, riesengroß, und dann die Schnittstelle. Zuerst mal in die Werkstatt gelegt, und voller Ekel angesehen. Vielleicht in apotropäischer Absicht über die Tür nageln, ein Glasauge kriegt man schließlich an jeder Ecke. In Frankreich habe ich mal in gleicher Verwendung eine verdorrte, völlig platte Katze an einer Stalltür angenagelt gesehen. Bevor Hund oder Katze genüsslich kauend damit angetroffen wurden, wanderten sie als Fischfutter in den Rhein.
Ja, und dann rückte der Montag in Sicht, an dem die Pakete mit den Ausstellungsstücken gesichtet werden sollten. Die letzte Woche vor Abgabeschluss regnete es Pakete, nicht kleine feine Schmuckpakete, die in ein Couvert passen, nein, riesige Teile: Richtige Kisten, aus der Ecke wurde der ganze Flur: Die Post und der Paketzustelldienst klingelten um die Mittagszeit. Der Hund dreht durch, das Baby fährt aus dem Mittagsschlaf hoch. Ziemlich nervig. Die ersten Pakete habe ich noch erwartungsvoll geöffnet, dann nicht mehr.
Der Sichtungstermin der Pakete verschob sich um eine Woche nach dem letzten Abgabetermin. Es kamen einige Anrufe: noch nicht fertig, bin krank und kann nicht zur Post, ... es hat mir gefallen, sagen zu können, dass noch eine Gnadenfrist besteht.
Einen Tag vor der Sichtung war mein Teil weder ausgeführt noch geplant. Rosa (Baby) einschließlich Montag zur Oma gefahren und Sonntag von 11 Uhr bis nach Mitternacht an dem Teil hantiert. Alles selber gegossen, denn zum Gießer, daran hätte man vor Wochen denken müssen, und da waren wir ja noch im Krallenfieber. Statt pars pro toto, die Kralle, doch lieber ein ganzes Tier. Ein Huhn ist doof, also verschiedene Tiere, und 20 Eier feilen schafft auch kein Mensch mehr, also warum nicht eiförmige Perlen. Sind zwar nicht besonders eiförmig, man muss ja auch nicht gleich so narrativ arbeiten. Gold ist ja schön, aber Silber tut’s auch. Überall ne halbe Öse anlöten hält ganz schön auf. Zum Bänder knoten ist auch keine Zeit mehr, aber im Nähkasten fliegt noch ein Stück Strickschlauch in ausgerechnet hellblau rum. Sieht schön schräg aus, auf dem Schwarzweisbild im Katalog leider nicht, auch der Titel „Hellblau für Rosa“ (Baby) bleibt völlig unverständlich. Na ja, so wurde aus der Hühnerkralle ein süßes Babykettchen, und außer mir findet das Ding keiner lustig.
Der Montag war dann richtig Arbeit, wir haben zu dritt ausgepackt und die beigefügten Anmeldungen abgeheftet. Man musste höllisch aufpassen dass nichts durcheinander geriet, weil kein Platz mehr da war um die Dinge ordentlich abzulegen. Das Paket im Bücherschrank fiel mir ziemlich zum Ende siedendheiß ein. Eine Computertastatur wurde ausgepackt und anerkennend als Ausstellungsbeitrag gewürdigt „Ja, klar, Ursprung“ bis sich herausstellte, dass das Paket für Andreas war und von e-bay kam. Bei einem Paket war eine Anmeldung da, aber der Inhalt war weg. Nach langer Diskussion habe ich mich durchgerungen, dem betreffenden Mitglied das Verlustiggehen seines Schmuckstückes zu gestehen, um zu erfahren wonach wir suchen sollen. Es stellte sich heraus, dass wir gar nichts verschlampt hatten, sondern dass das Forumsmitglied das Paket für ein anderes Mitglied abgeschickt hatte und deshalb ein weiterer Name ohne dazugehöriges Ausstellungsstück existierte. Zum guten Ende musste alles sorgsam eingepackt werden, um zum Fotographen gebracht zu werden. Das war am nächsten Tag mit zwei vollen Autos, dann noch zwei Stunden Kopierladen, um die schriftlichen Unterlagen zu sichern, dann war mein Part geschafft, bis auf die folgenden Verwicklungen: weil zwei abgeschickte Pakete nicht angekommen waren, war ich mir sicher, dass ich sie verschlampt hatte. Zum Glück waren sie falsch zugestellt. Nach langem Hin und Her tauchten die Pakete auf. Als ich dann bei der nächsten Vorstandssitzung endlich mal einen produktiven Vorschlag machte, nämlich die Größe der Pakete zu beschränken, wurde ich vorwurfsvoll darauf hingewiesen, das wäre längst geschehen, ob ich denn nicht die Ausschreibung der Ausstellung gelesen hätte?!
__ Katalogbetreuung: Sabine Braunfisch
Nun schon zum 3. Mal koordiniere ich die Katalogarbeit. Neben den üblichen organisatorischen Dingen, wie die zeitliche Abstimmung von Texten, Übersetzung, Korrekturlesen, Datenabgleich, noch mal Korrekturlesen, evtl. noch mal Korrekturlesen?.. Drucktermin etc. gibt es diesen Prozess des allmählichen Zusammenfügens, der mich dabei begeistert.
Der erste chaotische Anblick der ausgepackten Pakete: Eier, Perlen, Wasser....; Nachzügler zum Fotografen bringen, der inmitten von Paketstapeln die Ausstellung fotografiert; die CD-Rom abholen, und die wunderbaren Fotos auf mich wirken lassen; die eintrudelnden Texte sichten (ein paar Telefonate..., ein paar Fristverlängerungen..., wann hat die Übersetzerin Zeit?).
Parallel dazu legt Renate Paulsen die ersten Entwürfe vor, an denen wir dann in den nächsten Wochen feilen werden: Jetzt wird es richtig spannend! Zwischen den Treffen gehen die Mails hin und her, mit Vorschlägen, Veränderungen, Kompromissen, Begeisterungsausrufen. Beim nächsten Treffen hat Renate dann wieder neue Ideen. Auf ein Neues: Zwei Frauen, die wortlos auf einen Bildschirm starren und nach einer Minute sagen: ?Wie wäre es denn, wenn......das Blau nicht ganz so rotstichig ...die Untertitel vielleicht einen halben Punkt kleiner, oder etwas fetter und kursiv ...das eine Bild vielleicht doch lieber mit 55 % Deckkraft ...und etwas weiter rechts...nein, nicht sooo weit... Welches Papier? Dicke? Struktur? Farbe? Lieber noch mal zur Druckerei..."
Mein Lieblingsmotiv im Layout ist die Begegnung von Michelangelo mit Mickey Mouse als Zauberlehrling - muss man ein bisschen suchen.... aber ich liebe dieses Bild: Michi und Mickey. Im Laufe der Arbeit wäre es fast vom Cover verschwunden, denn Renate hatte natürlich rechtliche Copyright-Vorbehalte, MM zu benutzen, aber ich habe es fest verteidigt, und freue mich über das Ergebnis, dass in der Andeutung sogar noch besser ist.
Diese Arbeit macht mir unglaublichen Spaß. Und darüber hinaus kann ich von Renate sehr viel lernen. Da nehme ich dann in kauf, dass wir abschließend noch die Texte durchgehen und mühselig die richtigen Trennungen und Zeilenumbrüche raussuchen, und wie Erstklässler die Worte buchstabieren, um nicht über Fehler hinwegzulesen.
Am Schluss kommt dann der große Moment, wenn der Katalog fertig ist! Renate bringt mir sogar ein druckfrisches Exemplar vorbei, und wir freuen uns gemeinsam an dem fetten Blau!
Alle diese einzelnen Schritte sind nun ein fertiges Buch geworden! Beeindruckend!
Natürlich werden, trotz aller Sorgfalt, dann die ersten Fehler entdeckt. Zehn Mal drüber geguckt, und doch übersehen... kann eigentlich nicht sein...
Renate: "Wer den ersten Fehler findet, gibt einen aus"
Sabine: "....???... Aber das muss doch anders rum sein: Wer den ersten Fehler entdeckt, bekommt einen ausgegeben - als Belohnung"
Renate grinst: "Auf diese Weise werden einfach keine Fehler gefunden. Und wenn man nicht darüber spricht, sind sie auch nicht passiert...."
Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen. Ich musste sie eine ¼ Stunde später anrufen: "Was möchtest du trinken? Ich gebe einen aus: Seite 61: orgin statt origin...!" (Sorry, Dominique!)
Natürlich beschert einem das den Wermutstropfen, Aber ich freue mich über das Gesamtergebnis, das wir so fehlerfrei wie möglich gemacht haben (wenn Ihr noch etwas finden solltet: 0221/3319441, aber Ihr zahlt.....)
So werde ich die Katalogarbeit mit Renate bei einem Glas....abschließen und auf alle Beteiligten trinken, die diesen tollen Katalog mitgestaltet haben.
Sabine Braunfisch
__ Die Suche nach Ausstellungsorten: Monika Gimborn
Unsere Mitgliederausstellung ist bei allen sehr beliebt, was die Zahl der Teilnehmer, ganz besonders bei der aktuellen Ausstellung, immer wieder zeigt. Ich beteilige mich übrigens zum dritten Mal an dieser Ausstellung, allerdings ist mein Blickwinkel diesmal ein ganz Anderer. 2002 wurde ich in den Vorstand des Forums gewählt und habe erst jetzt eine Vorstellung davon, was es heißt, so eine Sache auf die Beine zu stellen. Wenn ich mich früher schon mal gewundert habe, dass eine so spannende und vielseitige Ausstellung nicht ohne Unterbrechung an den verschiedenen Orten gezeigt wurde, so bin ich diesmal über die festen Termine, die wir bis jetzt haben, sehr stolz.
Es ist nicht so, dass Museen und Galerien nur auf unsere Arbeiten warten; nein wirklich nicht. Auch wenn ich immer noch der Meinung bin sie hätten allen Grund dazu.
Im Mai 2003 ist die Ausstellung ?bei meiner Ehre" an die Mitglieder zurückgeschickt worden und gleich stand auf der Tagesordnung der Punkt :"Thema der neuen Mitgliederausstellung". Wir quälten uns bis Ende August, kurz vor der Aussendung, ein gutes Thema zu finden.
Mein Anspruch, die nächste Ausstellung sollte ohne Unterbrechung 2 Jahre wandern, ließ mich schon im Frühjahr handeln. Wäre doch gelacht, wenn das nicht klappt! Ohne zu wissen, was für ein Thema unsere Ausstellung haben wird, schrieb ich die verschiedensten Orte und Museen an. Mit einem netten Brief, in dem ich das Forum mit all seinen Vorzügen anpries, hoffte ich auf schnelle Antwort. Nichts kam. Also habe ich telefonisch nachgefragt. Ich konnte die zuständigen Entscheidungsträger nie selber sprechen und wurde vertröstet. Kein Wunder, wenn das Thema noch nicht feststand. Kein Veranstalter wollte sich festlegen, ohne zu wissen, was ausgestellt wird. Ab Herbst 2003 hatten wir ein Thema und unsere Mitglieder arbeiteten schon an der Umsetzung. Ich wurde schon kleinlauter und schrieb weiter alle möglichen und unmöglichen Adressen, diesmal schon konkreter, an. Auf jeden versendeten Brief schickte ich nach einiger Zeit eine Mail zur Erinnerung. Nach Ablauf der nächsten Schonfrist führte ich 3 bis 6 Telefonate. Bestand vor Monaten noch das Problem unseres fehlenden Themas, so stand jetzt die Terminplanung einiger Häuser für die kommende Zeit schon fest. Die Liste der Adressen, die in der Schwebe waren, wurde immer länger.
Im Februar 2004 reiften die ersten Früchte, in dem die ersten Termine festgelegt wurden. Bis heute haben wir zu den 5 Orten, die im Katalog aufgeführt sind, noch das Handwerksforum Hannover im Jahr 2006 als Ausstellungsort hinzu gewinnen können. Noch immer stehen Entscheidungen aus und ich hoffe, noch einige Lücken im Plan schließen zu können. Mein Anspruch, eine Wanderausstellung ohne Unterbrechung zu zeigen, war einfach zu naiv.
Diese Zeit mit all ihrer Arbeit und den vielschichtigen Erfahrungen möchte ich nicht mehr missen. Ich erinnere mich an viele persönliche Begegnungen, an wunderbare Telefonate, aber auch an manchen Ärger. In dieser Zeit habe ich sehr viel mitbekommen von den Problemen der Museen und Galerien und es hat mir so einen Spaß gemacht, dass ich mich auf die nächste Ausstellungsbetreuung schon jetzt freue.
Monika Gimborn-Jochum
__ URSPRUNG auf der Inhorgenta in München
25.02.2005 – 28.02.2005
Im Jahr 2004 eröffnete sich die Möglichkeit, die Mitgliederausstellung URSPRUNG auf der Messe Inhorgenta in München zu zeigen. In solch einem Rahmen wurde noch keine Mitgliederausstellung des Forums gezeigt. Wir freuten uns, dass die Messe an der nicht kommerziellen Wanderausstellung „Ursprung“ Interesse hatte. Für beide Seiten war es eine Bereicherung. Aber es sollte noch einige Zeit vergehen, bis das Forum eine feste Zusage seitens der Messe hatte.
Dass unser Stand in der Designerhalle, wie die zugesandten Pläne zeigten, gleich die ganze Breite der Halle von ca. 45 Meter einnehmen sollte, versetzte uns in freudige Erregung. Auch weil das Forum für den Aufbau und Abbau sowie die Betreuung zu sorgen hatte.
Nach einiger Überlegung stand das Team fest: Astrid Niggeloh, Johannes Oppermann und ich fuhren am Mittwoch, den 23. Februar nach München. Der Plan sah vor, dass wir zum Aufbau am Donnerstag den ganzen Tag haben würden. Es blieb die Unruhe: Hatten wir nichts vergessen, wie zum Beispiel Werkzeug, Putzmittel und all die Dinge, die zum Aufbau benötigt werden? Würde die Zeit reichen? Wird alles glatt gehen?
München lag unter einer geschlossenen Schneedecke und es war klirrend kalt. Schon sehr früh waren wir auf dem Messegelände. Es herrschte ein reges Treiben von Autos, Kränen und werkelnden Arbeitern in den riesigen Hallen. Der Wind pfiff durch alle offenen Türen - brrrrr. Unser Stand war mit einem zitronengelben Teppichboden ausgelegt, auf dem 16 Vitrinen standen.
Der Aufbau begann mit dem ausrichten und putzen der Vitrinen. Die Ausstellungsstücke wurden pünktlich um 10 Uhr aus Deggendorf angeliefert. Da standen wir in einem riesigen Berg von Kartons, noch ohne einen Tisch oder Stuhl. Alles, was ausgepackt wurde, kam erstmal mit Namen in die Vitrinen. Die Arbeiten von 99 Schmuckkünstlern mussten wir unterbringen. Manche der Stücke wollten einfach nicht auf kleinen Flächen Platz nehmen oder vertrugen sich absolut nicht mit den Nachbarn. Einige waren so groß, dass sie nicht in die Vitrine passten. Aber auch die mussten untergebracht werden.
Von oben nach unten, von einer Vitrine in die andere und wieder alles vor und zurück. Am Abend waren wir mit dem Ergebnis zufrieden. Alles passte doch zusammen und einige große Stücke hatten an der Wand einen exponierten Platz gefunden. Die Hallen hatten noch immer die Atmosphäre einer Großbaustelle. Obwohl redlich müde und durchgefroren, ließen wir uns die Maß und die Schweinshaxe im bayrischen Brauhaus schmecken.
Am nächsten Morgen erkannten wir die Hallen nicht wieder. Alle Stände erstrahlten in vollem Glanz. Die riesigen Blumenarrangements waren in jeder Halle den verschiedenen Farben des Teppichbodens angepasst. Der Blumenschmuck in unserer Halle waren Narzissen. Der Besucherstrom kam langsam und stetig. Unser Stand war zeitweilig sehr belagert. Vielen Besuchern konnten wir Informationen über das Forum und zu unserer Ausstellung geben. Alte Bekannte kamen vorbei, neue Kontakte wurden geknüpft, Projekte, wie die Ars Ornata Europeana in Lissabon, der Jewellery Guide und selbstverständlich die Mitgliederausstellung wurden weiter vorangetrieben. Der Verkauf der aktuellen und älteren Kataloge hatte die Mühe des Transports gelohnt. Leider musste Johannes schon Samstag zurück nach Hause.
Einige unserer Mitglieder lösten uns an den folgenden Tagen am Stand ab, um uns zu entlasten. DANKE an alle Helfer/innen.
Nach dem „bewegten“ Ende des letzten Tages, (die gesamte Ausstellung musste wieder transportfähig verpackt werden) waren wir zwar schwer geschafft, aber stolz und zufrieden mit dem Erfolg der Ausstellung.
Monika Gimborn-Jochum
__ Mitgliederausstellung „Ursprung“ - eine 2-jährige Wanderung; Astrid Niggeloh
Es steht zwar noch die letzte Station der Ausstellung in Hannover aus, aber der Großteil des Transports ist - glücklicherweise ohne Katastrophen - geschafft. Allerdings schickte ich ja nicht nur die Ausstellung herum, sondern als Vorsitzende reiste ich ihr zur jeweiligen Eröffnung hinterher.
So unterschiedlich die Orte, die Räumlichkeiten, die Vitrinen, so unterschiedlich war die Ausstellung jedes Mal präsentiert. In jeder Stadt traf die Ausstellung auf ein sehr interessiertes Publikum, das sich Zeit nahm zu schauen, zu diskutieren und zu fragen. Glaube und Genetik, aber auch die Tragbarkeit und die Oberflächenbehandlung waren Gesprächsthemen. Jede Eröffnung begleitete auch die lokale Politprominenz und mit ihr die lokale Presse. Oder ist es umgekehrt? Diese Frage wird wohl ebenso unbeantwortet bleiben wie die oftmals in der Ausstellung gestellte Frage nach dem Huhn und dem Ei.
Meine Tour durch die Republik begann im November 2004 in Bayern, genauer gesagt im Handwerksmuseum Deggendorf. Beim Auspacken der Pakete sah man natürlich schon das eine oder andere Stück, aber in Deggendorf war die Ausstellung nun zum ersten Mal komplett zu sehen. Das Publikum war so gebannt, dass es fast das Getränkebuffet im Vorraum vergaß.
Die Ausstellung blieb in Bayern und wurde während der Inhorgenta im winterlichen München präsentiert. Die Messe war eine schöne Gelegenheit, Kollegen aus ganz Europa wieder zu sehen.
Zurück in Nordrhein-Westfalen war die Galerie Lichtblick in Aachen Gastgeber der Ausstellung. In den intimeren Räumen der Galerie zeigte sich die Ausstellung wieder komplett neu. Das Kreismuseum Peine bettete den Kindertag ein in die Zeit der Ausstellung. Ein besonderer Dank an Ulrike Krieger-Klausen für ihr großes Engagement beim Aufbau der Ausstellung dort.
Im September 2005 war „Ursprung“ in der Villa Bengel in Idar-Oberstein zu sehen. In Schwäbisch Gmünd war ich zu Gast bei einer lieben Freundin des Forums. Dr. Angelika Ehmer von der Stiftung Gold- und Silberschmiedekunst betreute und bewirtete mich vorzüglichst.
Von dort aus ging es nach Mainz, wo eine Mitgliederausstellung des Forums schon zum zweiten Mal in dem grandiosen Innenhof der Handwerkskammer Rheinhessen präsentiert wurde.
Salzburg war nun der einzige internationale Ausstellungsort. Und dies nutzte ich zu einem Kurzurlaub dort. Der Billigflieger brachte mich hin und die Berufsvereinigung bildender Künstler bot mir eine Unterkunft in der Garçonniere (österreichisch für Studio) in der Berchtoldvilla an. Ich schlief also über den Ausstellungsräumen, nahm den morgendlichen Kaffee im Büro der Geschäftsführerin und war verleitet, neben meinem Programm als wissbegierige Touristin doch auch ein wenig beim Aufbau zu helfen. An Salzburg einen großen Dank, dass wir dort die Ausstellung über den Sommer lagern konnten, bis nun in den nächsten Tagen die Ausstellung auf die Reise zur letzten Station nach Hannover geht, wo die diesjährige Mitgliederversammlung stattfinden wird. Danach werden die Stücke an die Künstler zurückgeschickt.
Astrid Niggeloh





