Zwanzig Jahre FORUM
Eine Gelegenheit zu einem Rückblick auf den Anfang...
Man versetze sich in das vergangene Jahrhundert: Die Kultur der 80er Jahre in Köln. Oper, Tanz und Schauspiel auf dem Höhepunkt. Kunstmesse und riesige Ausstellungen. Junge wilde Malerei. Junger frecher Schmuck. Eine tolle Schmuckklasse an der Kunst- und Werkschule. Spritzige Galerien sowohl für Kunst, als auch für Schmuck. Interessierte offene Menschen, die aus der ganzen Republik nach Köln kamen, um dort zu studieren, künstlerisch zu arbeiten oder ausgestellte Werke zu sehen und zu kaufen.
Man denke auch an die Innovationen in der europäischen Schmuckszene dieser Zeit, die in den 70er Jahren zunächst von Holland und England ausgingen und sich nun aus allen Ecken des Kontinentes meldeten. Es entstand eine Diskussion über tragbares, untragbares, klassisches, innovatives, illusorisches, konzeptuelles usw. Eine Diskussion unter Schmuckmachern, die die nicht direkt Beteiligten eher verwirrte.
Tasso Mattar mit seiner kleinen Galerie brachte die neuen Schmuckideen seinen Freunden und Kunden durch eine Fülle von Künstlervorstellungen nahe. Präsentationen von Babetto, Bischof, Marx oder Pinton, Becker, Hiramatsu oder auch von Wolfgang Rahs mit seinem skythischen Stilleben. Durch thematische Ausstellungen wurden Zusammenhänge deutlich. Manche erinnern sich noch an "Ready Made - Schmuck aus Fertigteilen" oder "Anpacken macht Spaß".
In dieser Zeit entstand in dem Freundeskreis der Galerie die Idee zur Gründung des Forum für Schmuck und Design. Man wollte den neuen fantastischen Schmuck einer größeren Öffentlichkeit vorstellen und mit einem ersten großen internationalen Symposion in der Handwerkskammer zu Köln ein Forum für Austausch, Begegnung und Geselligkeit schaffen. Um nicht als privater Kreis, sondern als Institution dieses Vorhaben zu realisieren, wurde das Forum für Schmuck und Design als Verein gegründet. Die Initiatoren hatten dabei eine Art Kunstverein im Sinn, als Begegnungsort für den künstlerisch gestalteten, aktuellen Schmuck, seine Macher und seine Interessenten.
Diese Philosophie, die wir im Forum für Schmuck und Design entwickelt und gepflegt haben, dieser „Geist der Geselligkeit" zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Aktivitäten. So war der Schmucktourismus vor allem ein Besuch bei Freunden in der näheren oder weiteren Umgebung, bei dem auch unter den Teilnehmern viele dauerhafte Freundschaften entstanden. Die erste Mitgliederausstellung des Forum griff das Thema auf: „Schmuck für einen Freund / eine Freundin". Bei den Workshops wurden aus Kollegen Freunde, die viel von ihrer berufstypischen Verschwiegenheit ablegten...
Das zweite große Symposion mit dem Titel ARS ORNATA EUROPEANA 1994 war ein Höhepunkt der Arbeit des Forum, gleichzeitig war es der Abschied von der Gründungsriege. Nachdem sich die Kontakte zu den europäischen und überseeischen Freunden im Laufe der Zeit als zunehmend nützlich und anregend erwiesen hatten, stand natürlich als oberstes Ziel für das Symposion fest, ein internationales Netzwerk zu begründen. Gleichzeitig war es uns ein besonderes Anliegen, bei der Vorbereitung und Durchführung des Symposions möglichst viele Interessenten aus dem regionalen Freundeskreis des Forum zu aktivieren, um eine breite Basis von Verbündeten und Unterstützern für die weitere Arbeit zu schaffen.
Beide Vorhaben haben sich gut entwickelt: Die Arbeit des Vorstandes wird durch 10 Regionalbeauftragte ergänzt. Dem internationalen Netzwerk gehören mittlerweile 13 Partnervereine an. Die ARS ORNATA EUROPEANA fand mittlerweile in 9 verschiedenen europäischen Städten statt. Der internationale Veranstaltungskalender wird weiterhin in hoher Auflage vertrieben.
Als Gründerväter sind wir natürlich stolz auf unser mittlerweile „erwachsenes“ Forum, das im Übrigen deutlich älter ist als unsere leiblichen Kinder. Was das weitere Gedeihen angeht, sind wir sehr zuversichtlich: Kinder, die so selbständig sind, dass sie mit 20 nicht mehr von ihren Vätern verlangen als einen kurzen Beitrag für den Mitgliederrundbrief sind einfach gut gelungen!
Wilhelm T. Mattar & Peter Röhrig





