Amsterdam

 Schmucktourismus Amsterdam 30.06. – 02.07.2006

Nach längerer Pause und auf vielfachen Wunsch hat in diesem Jahr wieder ein Schmucktourismus stattgefunden. Amsterdam als Reiseziel wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres ausgewählt. Entscheidend waren die interessanten Termine (z.B. die Abschlussausstellung an der Gerrit Rietveld Academy), die dem Forum dank seiner guten Kontakte nach Amsterdam im Vorfeld zugetragen wurden. Abwechslungsreich und spannend geplant von Petra Mertens enthielt das Programm neben lohnenswerten Sightseeing-Tipps eine Reihe „offizieller“ Besichtigungs- und Gesprächstermine.
So bot dieser Schmucktourismus eine ausgewogene Mischung. Sie reichte vom persönlichen Kennen lernen oder Wiedersehen, über den Austausch von Neuigkeiten und Erinnerungen an vorausgegangene Aktivitäten des Forums und Gespräche natürlich über den Schmuck und das Machen, über Inspiration bis hin zu praktischen Hinweisen zur Selbstständigkeit. Natürlich war das der Reise zu Grunde liegende Ansinnen, in netter Gesellschaft die Schmuckszene in Amsterdam kennen zu lernen, die wichtigsten und bekanntesten Galerien mit außergewöhnlichen Arbeiten internationaler Schmuckkünstler und Schmuckmacher aufzusuchen, den Schmuck zu schauen, dessen Macher zu treffen und deren Wirkungsstätten zu besuchen. Und dies haben wir auch ausgiebig getan.
Ein Bummel durch die Gassen des JOORDAN – Viertels mit seinen kleinen, aber nicht minder feinen Galerien, Ateliers und Werkstätten am Freitag Vormittag (u.a. ARTE ADORNO, ROOS SIERAAD, DE STOKERIJ , SIER RAAD FORU) zeigte die Bandbreite unterschiedlicher Herstellungsweisen und Konzepte, Schmuck her- und auszustellen. Die Gelegenheit interessante Personen kennen zu lernen, inspirierende Gespräche zu führen und Kontakte zu Galerien zu knüpfen, sollte sich noch häufiger während dieser Reise bieten.

Das Reagieren auf aktuelles zeitgeschichtliches Geschehen machte es notwendig, die für den Nachmittag geplanten Programmpunkte zu verkürzen bzw. sogar ersatzlos zu streichen. Schließlich ging ja die FIFA FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2006 weiter. Und so widmeten sich die meisten Teilnehmer nur kurz der GALERIE LUISE SMIT und dem DESIGN FROZEN FOUNTAIN (ein Einrichtungshaus gleich neben Louise Smit mit ausgefallenen Exponaten) und kehrten zum gemeinsamen Fußballgucken in eine kleine urgemütliche Bar ein. Deren Inhaber reservierte uns sogar einen Großteil der wenigen Sitzgelegenheiten. Das Mitfiebern und Daumendrücken im sommerlichen Amsterdam wurde durch den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Argentinien honoriert.

Der Besuch der GALERIE RA am Samstag geriet nun wieder für alle Teilnehmer der Reise zu einem Höhepunkt. Für manche war es ein Wiedersehen mit dem Inhaber Paul Derrez, für andere ein erstes Treffen, für alle aber wohl eine Möglichkeit, zeitgenössischen Schmuck namhafter Schmuckkünstler, wie Johanna Dahm, Peter Bauhuis, Karl Fritsch, Rian de Jong, Nel Linssen u.v.m. zu betrachten. Paul Derrez’ ausführliche Erläuterungen zu den in seiner Galerie vertretenen Künstlern, ließen dessen Enthusiasmus und Freude, mit der er seine Galerie betreibt, und an ausgefallenem Schmuck deutlich werden. Und so waren Paul Derrez und der Schmuck ständig dicht umlagert.

Der zweite wichtige Programmpunkt an diesem Tag war der offizielle Besuch des BNO. Am nächsten kommt einer Beschreibung der Vereinigung wohl der Vergleich mit einem der deutschen Berufsverbände. Mitglieder des BNO arbeiten vor allem in den Bereichen Industriedesign, Graphikdesign, Webdesign, Innenarchitektur, Möbeldesign und Freier Formgebung. Die Präsentation des Verbandes durch seinen Geschäftsführer informierte kurz über die Rolle des BNO in den Niederlanden und dessen Aktivitäten.
So gibt der BNO z.B. ein Jahrbuch heraus, ein umfangreiches, aufwendig gestaltetes Buch mit kostenpflichtigen Anzeigen der Mitglieder, welches vom BNO an alle wichtigen Adressen in Politik, Kultur, und Wirtschaft in den Niederlanden verschickt wird, bzw. gegen eine Schutzgebühr beim BNO bestellt werden kann. Das Forum erhielt zwei Ausgaben als Gastgeschenk. Der BNO ermöglicht seinen Mitgliedern, bevorzugt in den Genuss staatlicher Förderungen des niederländischen Staates und günstiger Ausstellerkonditionen zu kommen.
Im Gegenzug gab Astrid Niggeloh einen kurzen informativen Überblick über die Aktivitäten und das Anliegen des Forums, auf internationaler Ebene Kontakte in der Schmuckszene herzustellen und zu pflegen. So wurde beschlossen, weiterhin mit dem BNO in Verbindung zu bleiben und eventuell Mitgliedern des Forums die Teilnahme an Ausstellungen oder Messen zu BNO Konditionen zu ermöglichen. Geschenke gab es auch von uns. Wir überreichten Kataloge der Mitgliederausstellungen des Forums.

Im Anschluss war Gelegenheit, einander auch durch das Vorstellen eigener Arbeiten näher zu kommen. Abwechselnd präsentierten einige Mitglieder des Forums und des BNO (u.a. waren Rian de Jong, Mecky van den Brink und Birgit Daamen anwesend) ihre Schmuckstücke bzw. Bildmaterial.

Interessant war der Unterschied in der Definition dessen, was als Design in Deutschland und den Niederlanden bezeichnet wird. Das Thema kam auf, da intensiv nachgefragt wurde, worin die Unterscheidung, die im Namen des Forums zwischen „Schmuck und Design“ gemacht wird, denn nun eigentlich bestehe. Zum Verständnis: In den Niederlanden gibt es den Begriff „DUTCH DESIGN“, der eine selbstbewusste Identifikation der eigenen Tätigkeit auf nationaler Ebene ermöglicht und alle Bereiche der Gestaltung umfasst. Die Erklärung, dass das Forum ursprünglich von und für Schmuckmacher, Schmuckdesigner, Goldschmiede und Designer anderer Sparten gegründet wurde, aber hauptsächlich von Mitgliedern, die aus dem Schmuckbereich stammen, angenommen wurde, empfanden wohl nicht nur die niederländischen Gesprächspartner als keine endgültig Antwort.
Dieses und andere Themen rund um die Arbeit mit Schmuck ließen sich vortrefflich im Gespräch miteinander und mit Rian de Jong, Mecky van den Brink und Andrea Wagner in der wohl kleinsten niederländischen Bar an der WAAG im Hafen von Amsterdam vertiefen.

Für den Abend war aufgrund eines Tipps von Urzel Woerner, die in Amsterdam lebt, eine phantastische Wahl für ein gemeinsames Abendessen getroffen und ein Tisch im RESTAURANT 11 reserviert worden. Wir dinierten bei Sonnenuntergang über den Dächern in Amsterdams höchster Gastronomie, im 11. Stockwerk des alten Postgebäudes gegenüber vom Metropolis Museum. Ein ungemein imposantes und außergewöhnliches Ambiente von zeitlich begrenztem Genuss. Das Gebäude soll 2008 abgerissen werden. Wie auch schon an den Abenden zuvor bot sich die Gelegenheit, den anschließenden Bummel durch das abendliche Amsterdam bei dem einen oder anderen Glas Wein oder Bier zu einem Plausch über dies und jenes zu nutzen.

Am Sonntag stand ein Programmpunkt an, der letztendlich für den Reisetermin ausschlaggebend und so auch der inhaltliche Höhepunkt des Schmucktourismus war. An der Gerrit Rietveld Academy fand die Vergabe der Diplome an die Absolventen statt. Aus diesem Anlass wurden deren Abschlussarbeiten im Rahmen einer Ausstellung präsentiert, welche für irritierende Erlebnisse, gelegentliche Reizüberflutung durch die schiere Menge und begeisterte Reaktionen ob der Vielfalt sorgten. Performances, Installationen, Mode, Objekte, Schmuck, Grafik, Photographie, Video, Film und Lesungen. So unterschiedlich und breit gefasst war das Spektrum der ausgestellten Arbeiten. Ein Spaziergang durch die fast endlos scheinenden, gut besuchten Ausstellungsräume und das Gelände der GRA offenbarten immer wieder neue Entdeckungen, wobei eigene Eindrücke durch Gespräche mit den anwesenden Absolventen und anderen Reiseteilnehmern zu neuen überraschenden Sichtweisen und Erkenntnissen führen konnten. Angesichts der für den frühen Abend geplanten Abreise, stand eigentlich zu wenig Zeit zur Verfügung.

Im Anschluss war Gelegenheit, einander auch durch das Vorstellen eigener Arbeiten näher zu kommen. Abwechselnd präsentierten einige Mitglieder des Forums und des BNO (u.a. waren Rian de Jong, Mecky van den Brink und Birgit Daamen anwesend) ihre Schmuckstücke bzw. Bildmaterial.

Interessant war der Unterschied in der Definition dessen, was als Design in Deutschland und den Niederlanden bezeichnet wird. Das Thema kam auf, da intensiv nachgefragt wurde, worin die Unterscheidung, die im Namen des Forums zwischen „Schmuck und Design“ gemacht wird, denn nun eigentlich bestehe. Zum Verständnis: In den Niederlanden gibt es den Begriff „DUTCH DESIGN“, der eine selbstbewusste Identifikation der eigenen Tätigkeit auf nationaler Ebene ermöglicht und alle Bereiche der Gestaltung umfasst. Die Erklärung, dass das Forum ursprünglich von und für Schmuckmacher, Schmuckdesigner, Goldschmiede und Designer anderer Sparten gegründet wurde, aber hauptsächlich von Mitgliedern, die aus dem Schmuckbereich stammen, angenommen wurde, empfanden wohl nicht nur die niederländischen Gesprächspartner als keine endgültig Antwort.
Dieses und andere Themen rund um die Arbeit mit Schmuck ließen sich vortrefflich im Gespräch miteinander und mit Rian de Jong, Mecky van den Brink und Andrea Wagner in der wohl kleinsten niederländischen Bar an der WAAG im Hafen von Amsterdam vertiefen.

Für den Abend war aufgrund eines Tipps von Urzel Woerner, die in Amsterdam lebt, eine phantastische Wahl für ein gemeinsames Abendessen getroffen und ein Tisch im RESTAURANT 11 reserviert worden. Wir dinierten bei Sonnenuntergang über den Dächern in Amsterdams höchster Gastronomie, im 11. Stockwerk des alten Postgebäudes gegenüber vom Metropolis Museum. Ein ungemein imposantes und außergewöhnliches Ambiente von zeitlich begrenztem Genuss. Das Gebäude soll 2008 abgerissen werden. Wie auch schon an den Abenden zuvor bot sich die Gelegenheit, den anschließenden Bummel durch das abendliche Amsterdam bei dem einen oder anderen Glas Wein oder Bier zu einem Plausch über dies und jenes zu nutzen.

Am Sonntag stand ein Programmpunkt an, der letztendlich für den Reisetermin ausschlaggebend und so auch der inhaltliche Höhepunkt des Schmucktourismus war. An der Gerrit Rietveld Academy fand die Vergabe der Diplome an die Absolventen statt. Aus diesem Anlass wurden deren Abschlussarbeiten im Rahmen einer Ausstellung präsentiert, welche für irritierende Erlebnisse, gelegentliche Reizüberflutung durch die schiere Menge und begeisterte Reaktionen ob der Vielfalt sorgten. Performances, Installationen, Mode, Objekte, Schmuck, Grafik, Photographie, Video, Film und Lesungen. So unterschiedlich und breit gefasst war das Spektrum der ausgestellten Arbeiten. Ein Spaziergang durch die fast endlos scheinenden, gut besuchten Ausstellungsräume und das Gelände der GRA offenbarten immer wieder neue Entdeckungen, wobei eigene Eindrücke durch Gespräche mit den anwesenden Absolventen und anderen Reiseteilnehmern zu neuen überraschenden Sichtweisen und Erkenntnissen führen konnten. Angesichts der für den frühen Abend geplanten Abreise, stand eigentlich zu wenig Zeit zur Verfügung. 
Die Entscheidung, Amsterdam zum Ziel der wieder aufgenommen Reiseaktchen, eine Stadt mit dem Ruf einer lockeren, vielseitigen, toleranten und ungezwungenen Atmosphäre, war vielleicht unbewusst Ausdruck dafür, diese Reise zu einer Veranstaltung mit ähnlichen Attributen werden zu lassen. Aus meiner Sicht hat der Ruf Amsterdams auf den diesjährigen Schmucktourismus eindeutig abgefärbt. Ein gelungener Start für einen hoffentlich jetzt wieder festen Bestandteil des Forumkalenders.

Torsten Trautvetter






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